Peugeot vor einer neuen, extremen Herausforderung: Rückkehr zur Dakar bereits 2015

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Do, 27/03/2014 - 00:00
Nach dem fantastischen Rekord beim höchstgelegenen Bergrennen der Welt, dem rund 20 km langen Pikes Peak Hill Climb, für das gerade mal 8 Minuten nötig waren, nehmen Peugeot Sport, Red Bull und Total nun eine neue, extreme Herausforderung an: die mit rund 10.000 km längste und schwierigste Marathonrallye der Welt! Bereits 2015 wird Peugeot nach 25 Jahren Abstinenz erneut am Start der Rallye Dakar stehen. Die Autos mit dem Markenzeichen des Löwen werden von so bekannten Rallyepiloten wie Carlos Sainz und Cyril Despres gebändigt werden.


Der aufsehenerregende Rekord, der im Juni vergangenen Jahres aufgestellt wurde, ist noch frisch in Erinnerung. 8‘13“878 haben gereicht, um bei Peugeot die Erinnerung daran wachzurufen, wie ein Sieg sich anfühlt. Nach einer solchen Demonstration der Stärke auf der steilen und trickigen Straße hinauf zum Pikes Peak, konnte das Team Peugeot Sport nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Es galt, die Einzelleistung zu bestätigen und den Wettkampfgeist mit neuen Herausforderungen anzustacheln. Gesagt, getan!
 
Noch unter dem Eindruck des in Colorado erlebten intensiven Abenteuers auf 4301 Meter Höhe machen sich Peugeot Sport, Red Bull und Total nun auf in neue Weiten ganz anderer Art. In die endlosen Weiten, die der härtesten Rallye-Raid der Welt – der Dakar – als Bühne dienen. Dabei ist das für das französische Team fast ein Zurück zu den Wurzeln, konnte es doch zwischen 1987 und 1990 mit den legendären 205 T16 Grand Raid und 405 T16 Grand Raid vier Mal den Sieg davontragen und damit seinen Teil zur Geschichte dieser Motorsportdisziplin beitragen.
 
Zwar mussten die afrikanischen Dünen inzwischen den südamerikanischen Pisten weichen, aber die verlangen Mensch und Maschine nicht weniger ab. In diesem Terrain wird sich das Team Peugeot Total 25 Jahre nach seiner letzten Teilnahme an der Dakar im kommenden Januar der Herausforderung mit einem neuen Boliden stellen: dem 2008 DKR. Nach dem Sprint über 20 km auf asphaltierter Straße konzentrieren sich die Spezialisten bei Peugeot Sport, deren Allroundtalent in der Vergangenheit bereits unter Beweis gestellt wurde, nun auf einen zwei Wochen langen Marathon über 10.000 km.
 
Das Programm ist auf mehrere Jahre angelegt. Zusätzlich zum obersten Ziel – der Dakar – wird Peugeot zur bestmöglichen Vorbereitung aber auch an anderen Rallyes teilnehmen. Carlos Sainz und Cyril Despres werden die Speerspitze des Teams bilden. Carlos Sainz, der Sieger der Dakar 2010, wird all seine Erfahrung und all sein Wissen in die Fahrzeugabstimmung einbringen, während Cyril Despres, mit fünf Siegen der Zweiradpilot schlechthin, mit Peugeot eine neue Karriere auf vier Rädern beginnen will.
 
Bis es im kommenden Januar so weit ist, freuen sich die beiden Rallyecracks zunächst darauf, den neuen Rallyelöwen, der vom selben Team entwickelt wird wie der 208 T16 Pikes Peak, auf Herz und Nieren zu testen. Rendez-vous am 20. April auf der Auto China in Peking. Dort erfahren Sie mehr über den neuen Löwen. 

Peugeot bei der Rallye Dakar: Abenteuer-Feeling

Vier Starts, vier Siege. So kurz und eindrucksvoll könnte man das Dakar-Engagement von Peugeot resümieren. Doch damit würde man all die unerwarteten – und zum Teil schlicht unglaublichen – Ereignisse außer Acht lassen, die das Team Peugeot in den Jahren 1987 bis 1990 auf 48.125 Rallyekilometern erlebt hat.
 
1. Januar 1987. Alles ist bereit, damit die erste Teilnahme von Peugeot an der Rallye „Paris-Algier-Dakar“ zu einer Demonstration der Stärke wird. Ari Vatanen steht mit einem 205 Turbo 16 mit der vielsagenden Nummer 205 am Start. Ein ideales Szenario, um die Farben des magischen Modells der Marke gebührend zur Geltung zu bringen. Doch der 205 kommt stark beschädigt aus dem Prolog in Cergy-Pontoise und der Star des Peugeot-Teams rangiert im Klassement auf… Platz 274! Noch bevor es auf afrikanischen Boden geht, zeigt die Dakar einem mit den Unwägbarkeiten einer Rallye doch durchaus vertrauten Team ihr wahres Gesicht. Einige Tage später erhält der in Führung liegende Shekhar Mehta eine weitere Bestätigung dieser Tatsache, als unerklärliche Motorprobleme den 205 T16 einbremsen. Glücklicherweise springt Ari Vatanen dank einer fantastische Aufholjagd in die Bresche und führt Peugeot nach 13.000 km zum ersten Sieg in Dakar.
 
Auch 1988 bestätigt sich, dass der Ablauf der berühmtesten Marathonrallye schlicht unvorhersehbar ist. Während alle Hoffnungen von Peugeot auf den beiden 405 T16 ruhen, werden die Pläne des Teamchefs Jean Todt durch einen unglaublichen Zwischenfall durchkreuzt. Nach 13 Etappen kommt Ari Vatanen als Gesamtführender nach Bamako, doch in der Nacht verschwindet sein 405 T16 aus dem Biwak! Das Auto wird zwar wieder aufgefunden, aber es ist zu spät… Der Finne wird disqualifiziert und der Sieg geht an den Teamkollegen Juha Kankkunen mit seinem 205 T16, der eigentlich als Wasserträger im Rennen war!
 
Der 405 T16 Grand Raid hat trotzdem Erfolg. Bei der Dakar 1989 liefern sich die beiden Stallgefährten Ari Vatanen und Jacky Ickx vom Start weg ein erbarmungsloses Duell. Um den Erfolg von Peugeot nicht aufs Spiel zu setzen, beschließt der Teamchef in Gao, dem Kampf des Duos durch das Werfen einer Münze ein Ende zu setzen. Vom Schicksal dazu bestimmt, geht der Sieg an Ari Vatanen… trotz zweier Überschläge.
 
1990 erlebt der Finne zwischen Niamey und Gao, als er die Rallye mit zwei Stunden Vorsprung anführt, eine ausgesprochen bewegte Etappe. Auf diesem Teilstück, auf dem die Navigation im Vordergrund steht, ist sein Beifahrer unpässlich und sein Kompass defekt und zu allem Überfluss fährt Ari noch gegen einen Baum, der ein großes Loch in die Karosserie seines 405 reißt! Doch der Finne bewahrt einen kühlen Kopf und so kann Peugeot letztendlich seinen vierten Sieg in Folge verbuchen.
 
 
Fragen an Maxime PICAT, Generaldirektor von Peugeot
„Wir streben den Sieg bei der Dakar schon für 2015 an.“
  • Worin liegen die Gründe für das Comeback von Peugeot bei der Dakar?
Maxime Picat: „Das Comeback steht ganz klar mit dem Sieg in Verbindung, den wir im letzten Jahr in Pikes Peak errungen haben. Wir haben dort ein echtes Highlight erleben können. Es war eine Gelegenheit, aller Welt zu zeigen, wie stark das Team Peugeot Sport zusammen mit Total und Red Bull ist. Dieser Sieg hat uns Flügel verliehen und uns dazu bewegt, gemeinsam einen weiteren Schritt im Rennsport zu tun. So haben wir beschlossen, uns stärker im Motorsport zu engagieren. Das erklärt die Rückkehr zur Dakar.“
  • Sind die Ziele von Peugeot bei der Dakar genauso ehrgeizig wie bei der Operation Pikes Peak?
Maxime Picat: „Der Coup in Pikes Peak ist uns gelungen, weil wir einen außergewöhnlichen Fahrer, ein bemerkenswertes Technikteam und ein Auto auf höchstem Niveau zusammengespannt haben. Für die Dakar haben wir eine Menge Ambitionen, und wir werden erneut ein Team aufbauen, in dem es an Talent und Kompetenz nicht fehlt. Unser Vorgehen besteht darin, diese Bausteine für das kommende Jahr zusammenzusetzen. Für die Dakar haben wir eine längerfristige Strategie im Auge als für Pikes Peak. Wir werden über mehrere Jahre dabei sein. Wir wissen, dass es sich um ein sehr schwieriges Unterfangen handelt, aber wir streben trotzdem schon im ersten Jahr, also 2015, den Sieg an.“
  • Hat die Dakar für Peugeot Automobiles einen besonderen Stellenwert?
Maxime Picat: „Wir freuen uns sehr, zur Dakar zurückzukehren, weil dieser Wettbewerb überall in der Welt mit viel Interesse verfolgt wird. Das Rennen ist nicht nur in Europa sehr bekannt, sondern auch auf so wichtigen Märkten wie denen Südamerikas oder Chinas. Es wird in Südamerika ausgetragen, und vor allem in Argentinien, wo wir eine starke Position und eine lange Tradition haben.“
  • Warum fiel die Wahl auf den 2008?
Maxime Picat: „Der 2008 ist auf allen Kontinenten ein Imageträger. Er ist der jüngste Crossover, der sich in Europa gut verkauft und 2015 in China und Lateinamerika auf den Markt kommt. Der 2008 DKR war also praktisch dazu bestimmt.“
 
 
Fragen an Bruno FAMIN, Direktor von Peugeot Sport
„Wir sind sehr stolz, dass wir Carlos und Cyril im Team haben.“
  • Peugeot Sport kann auf eine exzellente Erfolgsgeschichte bei der Rallye Dakar zurückblicken. Kann das Team für diese neue Herausforderung daraus Nutzen ziehen?
Bruno Famin: „In den vergangenen 25 Jahren hat sich bei der Dakar viel geändert. Die Art und Weise, wie man ein Auto aufbaut, ist jedoch gleich geblieben. Wir haben noch eine ganze Reihe Daten von damals, auf die wir uns jetzt stützen können. Vor allem aber haben wir enorm viel Erfahrung in der Entwicklung von Rallyefahrzeugen. Selbst wenn klassische Rallyes und Rallye-Raids gewisse Unterschiede aufweisen, sind die Herangehensweise und das Know-how doch genau gleich. Und dieses Know-how haben wir.“
  • Nach welchen Kriterien haben Sie die Rallyepiloten ausgewählt?
Bruno Famin: „Zunächst einmal sind wir sehr stolz, dass wir im Team auf zwei so außergewöhnliche Talente wie Carlos und Cyril zählen können. Die beiden ergänzen sich sehr stark. Carlos kann auf eine unglaublich erfolgreiche Karriere zurückblicken und er ist bekannt dafür, dass er ein Auto hervorragend abstimmen kann. Wo immer er im Einsatz war, hat er dazu beigetragen, die Autos siegfähig zu machen. Seine Erfahrung wird ein echter Pluspunkt für das Team sein. Seine Begeisterung und seine Lust am Siegen sind genauso außergewöhnlich. Mit Cyril haben wir einen ebenso erfolgreichen Fahrer aus der Motorradfraktion, der die Rallyes nun mit dem Auto entdecken wird. Zwischen den beiden Fahrern hat die Chemie gleich gestimmt und daher bin ich sicher, dass Cyril sehr schnell konkurrenzfähig sein wird.“
  • Wie haben die Mitarbeiter von Peugeot Sport auf dieses Comeback reagiert?
Bruno Famin: „Die Reaktion im Team Peugeot Sport war sehr positiv. Nach den schwierigen Zeiten, die wir gerade hinter uns lassen, ist bereits die Ankündigung eines mittelfristigen Programms eine exzellente Nachricht. Darüber hinaus gehört die Dakar zur Geschichte von Peugeot, und alle sind sehr stolz darauf, wieder in ein solches Programm eingebunden zu sein. Übrigens haben wir im Team noch einige Mitglieder, die damals bei diesem Abenteuer dabei waren. Einer von ihnen arbeitet schon jetzt am neuen Projekt.
 
 
Fragen an Carlos SAINZ
„Ein solches Angebot konnte ich nicht ausschlagen.“
  • Was hat sie dazu gebracht, zu Peugeot zu gehen?
Carlos Sainz: „Peugeot ist eine Marke, gegen die ich oft gekämpft habe. Ich habe daher in all diesen Jahren feststellen können, dass hier Teams am Werk sind, die mit Leidenschaft für den Wettkampf arbeiten und 100% geben, wenn erst mal der Beschluss für ein Engagement im Sport gefallen ist. Ich teile diese Philosophie. Die Dakar bedeutet mir sehr viel und es war daher klar, dass wenn Peugeot zu diesem Sportevent zurückkehrt und mir die Gelegenheit gibt, an diesem Abenteuer teilzuhaben, ich ein solches Angebot nicht ausschlagen kann.“
  • Seit 25 Jahren hat Peugeot keine Dakar mehr bestritten. Glauben Sie, dass das ein Handicap ist?
Carlos Sainz: „Das glaube ich nicht, denn Peugeot hat nie aufgehört, Rennboliden auf höchstem Niveau für den Rallye- und für den Langstreckensport zu bauen – auch heute noch, wie das Rallyefahrzeug 208 T16 R5 beweist. Was mich betrifft, so habe auch ich die Dakar gewonnen. Ich werde meine ganze Erfahrung aus der jüngeren Vergangenheit der Rallye einbringen, die ich mit allrad- und mit zweiradgetriebenen Fahrzeugen gefahren bin. Wir sind bereit für diese Challenge!“
  • Glauben Sie, dass das Team schnell wettbewerbsfähig sein kann?
Carlos Sainz: „Im Automobilsport ist nie irgendetwas garantiert. Das Niveau ist heute bei der Dakar extrem hoch. Gewinnen ist nicht wirklich ein Kinderspiel. Aber ich bin sehr zuversichtlich, denn ich spüre, wie motiviert die ganze Mannschaft ist. Wir werden hart arbeiten und versuchen, zu siegen. Bis zu unserem ersten Einsatz bleibt nicht viel Zeit, aber ich bin voller Zuversicht.“

Ein Blick auf die Karriere von Carlos Sainz
  • Geboren am 12. April 1962 in Madrid (E). Lebt in Madrid (E).
  • 1 Sieg bei der Rallye Dakar (2010)
  • 7 Teilnahmen an der Rallye Dakar: 1 Sieg, 1x 3. Platz (2011), 1x 9. Platz (2007) 1x 11. Platz (2006), 3x Aufgabe (2009, 2013, 2014)
  • Sieger des Rallye-Raid-Weltcups 2007
  • 2x Rallye-Weltmeister (1990, 1992), 4x Vize-Weltmeister
  • 26 Siege in der Rallye-Weltmeisterschaft
 
 
Fragen an Cyril DESPRES
„Für mich beginnt ein neues Leben.“
  • Sie haben eine äußerst erfolgreiche Karriere als Motorradpilot hinter sich, aus der vor allem die fünf Dakar-Siege hervorstechen. Warum haben Sie beschlossen, auf vier Rädern weiterzumachen?
Cyril Despres: „Der Gedanke kam wie selbstverständlich. Wenn man eine Dakar mit dem Motorrad fährt, sitzt man Stunden über Stunden allein im Sattel und hat Zeit zum Nachdenken. Während der letzten Dakar hat es klick gemacht. Und der glückliche Zufall wollte es, dass mir Peugeot und Red Bull diese unfassbare Chance geben. Darauf bin ich sehr stolz. Ich habe mir nicht viele Fragen gestellt. Ein Traum wird für mich wahr und ein neues Leben beginnt.“
  • Wie gehen Sie diese neue Herausforderung an?
Cyril Despres: „Mir ist klar, dass ich unglaubliches Glück habe, dass ich sozusagen durch die Vordertür – in einem so konkurrenzfähigen und professionellen Team wie Peugeot – in die Welt des Automobilsports eintreten darf. Ich bin mir nicht sicher, ob ich diesen Riesensprung für ein anderes Team gewagt hätte. In meinem Kopf schwirren die Bilder aus meiner Kindheit, als Peugeot die Dakar gewonnen hat, noch immer herum… Ich kann es kaum erwarten, mich nun selbst ans Steuer zu setzen!“
  • Auch andere Motorradfahrer haben auf vier Rädern gewonnen. Was ist Ihr Ziel?
Cyril Despres: „Mein Ziel ist zunächst einmal, zu lernen und zu helfen. In einem Team wie Peugeot und mit einem Teamgefährten wie Carlos Sainz werde ich Fortschritte machen können. Das motiviert. Ich habe unbändige Lust darauf, zu lernen, wie diese Autos funktionieren und wie sie sich fahren, und wie es ist, mit einem Beifahrer zu arbeiten. Soviel Zeit mit einem Navigator zu verbringen, wird eine völlig neue Erfahrung sein, denn seit 15 Jahren bin ich es gewöhnt, allein unterwegs zu sein!“

Ein Blick auf die Karriere von Cyril Despres
  • Geboren am 24. Januar 1974 in Fontainebleau (F). Lebt in Andorra.
  • 5 Siege bei der Rallye Dakar mit dem Motorrad (2005, 2007, 2010, 2012 und 2013)
  • 14 Teilnahmen an der Rallye Dakar mit dem Motorrad: 5 Siege, 3x 2. Platz (2006, 2009, 2011),
  • 1x 3. Platz (2004) 2x 4. Platz (2003, 2014), 1x 13. Platz (2001), 1x 16. Platz (2000), 1x Aufgabe (2002)
  • Marathonrallye-Weltmeister (2003)
  • Enduro-Team-Weltmeister (2001)
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