208 HYbrid FE - PEUGEOT und Total bringen Fahrspaß und Effizienz unter eine Haube | Medien Peugeot Deutschland

208 HYbrid FE - PEUGEOT und Total bringen Fahrspaß und Effizienz unter eine Haube

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Bei der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt enthüllen PEUGEOT und Total die Technikstudie 208 HYbrid FE, ein Full-Hybrid-Benziner mit außergewöhnlichen Kennwerten.
Die Forschungs- und Entwicklungsingenieure der beiden Partner haben die ihnen gestellte Herausforderung hervorragend gemeistert und ausgehend von einem Serien-208 ein Fahrzeug mit einem außergewöhnlichen Leistungsniveau auf die Räder gestellt: Eine Beschleunigung in 8 Sekunden von null auf 100 km/h und ein CO2-Ausstoß von 49 Gramm pro Kilometer im gemischten Fahrzyklus (NEFZ). Zahlreiche Innovationen ermöglichten dabei Verbesserungen in mehreren Bereichen:



  • Aerodynamik: Optimierung des Luftwiderstandsindex (CW x A) um 25 Prozent,
  • Gewicht: Verringerung des Gesamtgewichts um 20 Prozent,
  • Antrieb: Senkung des Verbrauchs um 10 Prozent,
  • Energie: Rückgewinnung von 25 Prozent der Energie im Testzyklus.

Das Projekt 208 HYbrid FE führt bisher als gegensätzlich betrachtete Eigenschaften zusammen: Es verbindet Spritsparen und Vernunft mit Fahrspaß und Effizienz und ist damit ein Vorreiter des Automobils von morgen.
 

 

„Das Projekt 208 HYbrid FE ist von entscheidender Bedeutung, da es Lösungsansätze im Hinblick auf das Zwei-Liter-Auto aufzeigt. Es ist zudem ein leuchtendes Beispiel für unsere Forschungs- und Entwicklungsarbeit mit unserem langjährigen Partner Total. Zusammen entwickeln wir sparsamere Fahrzeuge und fahren in der ganzen Welt Siege ein. Zusammen entwickeln wir uns weiter.“
Maxime Picat, Generaldirektor von Peugeot 

 

 

„Im 208 HYbrid FE haben PEUGEOT und Total ihr Know-how mit Blick auf die technischen Lösungen von morgen gebündelt. Energieeffizienz ist ein strategischer Schwerpunkt des Konzerns, da sie ein wesentliches Anliegen unserer Kunden ist, die nachhaltiger und weniger verbrauchen wollen. Energieeffizienz ist zudem eine Antwort auf die umwelttechnischen Herausforderungen unserer Zeit und ein Mittel zur Schonung unserer wertvollen fossilen Ressourcen.“
Philippe Boisseau, Vorstandsmitglied Total, Präsident Marketing & Services und Neue Energien 

 

Seit 1995 arbeiten PEUGEOT und Total zusammen an einer deutlichen Verringerung des Kraftstoffverbrauchs, der CO2-Emissionen und der Gesamtbetriebskosten (TCO, Total Cost of Ownership) der Fahrzeuge. Der Umweltgedanke zieht sich durch die gesamte Unternehmensgeschichte von PEUGEOT. Dieser Tradition folgend verringerte die Marke 2013 erneut die gewichteten CO2-Durchschnittsemissionen seiner europäischen Modellpalette: Ende Mai lagen diese bei 116,3 Gramm pro Kilometer, gegenüber 121,5 Gramm pro Kilometer im Jahr 2012.
Die Wissenschaftler von Total arbeiten an den automobilen Kraft- und Schmierstoffen der Zukunft. Der Konzern beliefert PEUGEOT und das Händlernetz der Marke weltweit mit FE-Schmierstoffen (Fuel Economy): Diese verringern die motorinternen Reibungsverluste und haben auf diese Weise in den vergangenen zehn Jahren zu einer Reduzierung der CO2-Emissionen der PEUGEOT-Motoren um fünf Prozent beigetragen. Zudem tragen die hochwertigen Total-Excellium-Kraftstoffe zu einer Verringerung des Verbrauchs bei.

Mit dem 208 HYbrid FE sollen echter Fahrspaß und niedrige CO2-Emissionen miteinander in Einklang gebracht werden. Genauer gesagt sollen die CO2-Emissionen des saubersten 208-Modells – mit 1,0-Liter-VTi-Motor mit 50 kW (68 PS) – um 50 Prozent verringert und dennoch ein Beschleunigungsverhalten wie beim 208 GTi erreicht werden. Eine mehr als ambitionierte Vorgabe.
Erschwert wurde die Aufgabe für die mit dem Projekt 208 HYbrid FE betrauten Teams durch die Tatsache, dass sich bereits die Serienversion des PEUGEOT 208 durch ein geringes Gewicht und Motoren der neuesten Generation auszeichnet und ein erstklassiges Fahrerlebnis bietet.
Um dieser Herausforderung gerecht zu werden, haben die Ingenieure von Total und PEUGEOT ihr gemeinsames Innovationspotenzial in allen Bereichen in die Waagschale geworfen.

 

 

„Das Ziel von 49 Gramm und 8 Sekunden ist genauso schwer zu erreichen wie ein Sieg am anderen Ende der Welt. Das kleine Team bestehend aus den besten Fachleuten jedes Bereichs hat seine ganze Kreativität und Leidenschaft eingebracht. Und wir haben es geschafft!“
Bruno Famin, Verantwortlicher von PEUGEOT SPORT 

 


208 HYbrid FE: Teil der Hybridstrategie der Marke

Das von der Politik vorgegebene CO2-Emissionsziel ist anspruchsvoll. Die in Europa 2020 verkauften Neufahrzeuge müssen einen durchschnittlichen gewichteten CO2-Ausstoß von 95 Gramm pro Kilometer einhalten. Zur Erreichung dieses Ziels ohne Abstriche bei der Fahrfreude investiert PEUGEOT in verschiedene Technologien, die bereits heute in den Fahrzeugen der Marke eingesetzt werden und bedeutende Fortschritte möglich machen: ständige Wirkungsgradoptimierung der Verbrennungsmotoren, Downsizing-Strategie, Ausweitung des STOP & START-Systems, Elektroantrieb, usw.

HYbrid4, das einen Elektro- und einen Dieselmotor umfassende Antriebssystem, folgt genau diesem Ziel. Nach seiner Weltpremiere im Crossover 3008, setzte es PEUGEOT in der Folge auch in den Modellen 508 RXH und in der 508 Limousine ein. Inzwischen können 28.000 Käufer die Fahrfreude völlig neuer Prägung am Steuer eines der HYbrid4-Modelle genießen, die Leistung, Nutzerfreundlichkeit, Geräuschlosigkeit und Umweltschutz (CO2-Emissionen ab 88 Gramm pro Kilometer) miteinander vereinen.

Mit dem 2008 HYbrid Air wartet PEUGEOT erneut mit einer Innovation auf, die sowohl der Umwelt als auch den Kunden in allen Märkten nützt. Bei dieser neuen Technologie kommen Benzin und Druckluft als zukunftsweisendes Antriebskonzept zum Einsatz.
In den aktuellen Fahrzeugen des B-Segments kann HYbrid Air eine deutliche Verbesserung des Verbrauchs- und CO2-Emissionsverhaltens bewirken. Die beim Typprüfungszyklus erreichten Werte von 2,9 Litern auf 100 Kilometer und 69 Gramm CO2 pro Kilometer verdeutlichen dies. Diese Technologie ist ein entscheidender Schritt auf dem Weg zu einem Verbrauch von nur 2,0 Litern pro 100 Kilometer.

Der 208 HYbrid FE ist mit innovativen Features ausgestattet, die die Erreichung dieses Rekordwerts ermöglichen werden.


Das PEUGEOT-Design: natürlich effizient

Die fließenden Formen gehören zu den traditionellen Designelementen der Marke PEUGEOT. Beim 208 HYbrid FE haben die Aerodynamikspezialisten gezeigt, dass sie ihre Kunst perfekt beherrschen. So konnte der Luftwiderstandsbeiwert (Cw) um 25 Prozent auf knapp unter 0,25 verringert werden, was angesichts eines nicht verringerten Innenraum- und Kofferraumvolumens eine hervorragende Leistung darstellt.

Möglich wurde dies unter anderem durch das für eine optimale Umströmung der Karosserie überarbeitete Design des optisch von der Front losgelösten Kühlergrills, dessen Luftdurchlassfläche um 40 Prozent auf nur mehr 5 dm2 verringerte wurde. Die daraus resultierende, aerodynamisch günstige geringere Durchströmung des Motorraums steht im Einklang mit dem niedrigeren Kühlbedarf des weiterentwickelten Motors.

Die Seitenflächen der Karosserie wurden von aerodynamisch ungünstigen Elementen bereinigt, um dem Luftstrom weniger Widerstand entgegenzusetzen. Die speziell von Michelin entwickelten Reifen vom Typ Tall & Narrow weisen einen großen Durchmesser und eine geringe Breite auf (145/65 R19). Sie sind auf 19-Zoll-Aluminiumfelgen aufgezogen, deren Speichenzwischenräume durch Aerodynamiksegmente aus Karbon abgedeckt werden.

Für den Blick nach hinten werden Videokameras eingesetzt, deren Bild im Innenrückspiegel wiedergegeben wird. Damit bleibt nur ein an den Langstreckensport erinnernder Spiegelfuß. Die um 40 Millimeter schmalere Hinterachsspur trägt zur Optimierung des Cw-Werts bei. Zudem wird das Design des Dachs in einem fast horizontalen Schwung weitergeführt, der im Heckklappenspoiler mündet.

Die Heckpartie mit ihren angeschnittenen Ecken weist in ihrem unteren Bereich einen Diffusor auf, der die am glatten Unterboden ohne Verwirbelungen vorbeiströmende Luft nach hinten ableitet. Um der Luft möglichst wenig Widerstand entgegenzusetzen, sind die LED-Leuchten des 208 HYbrid FE mit kleinen, an das Concept Car Onyx angelehnten Finnen versehen, die den Luftstrom im Sinne minimaler Verwirbelungen in größtmöglicher Entfernung von der Karosserie wieder zusammenführen.


Eine beträchtliche Gewichtseinsparung: 20 Prozent

Bei seiner Vorstellung hat der PEUGEOT 208 in seinem Segment für Aufsehen gesorgt, insbesondere aufgrund seines niedrigen Gewichts (ab 975 kg) in der Einstiegsvariante (Access). Eine beeindruckende Leistung! Das Auto muss jedoch in Zukunft bei gleichem Komfort- und Sicherheitsniveau noch leichter werden.

 

„Die Gewichtsoptimierung war eines unserer Schwerpunktfelder. Um das Gewicht des Fahrzeugs um 20 Prozent zu verringern, haben wir jedes Bauteil unter die Lupe genommen und den 208 HYbrid FE mit den innovativsten Werkstoffen von Hutchinson, CCP Composites und der Polymersparte von Total ausgestattet. Dieser Ansatz hat den Vorteil, dass er echte Innovation ohne Abstriche in puncto Sicherheit und Nutzungskomfort ermöglicht.“
Philippe Girard, Forschungsbeauftragter bei Total 


Verbundwerkstoffe

Beim 208 HYbrid FE kommen innovative Hightech-Werkstoffe zum Einsatz, die von der Polymer-Abteilung der Sparte Raffinierung und Chemie von Total sowie zwei Tochterunternehmen, CCP Composites und Hutchinson, entwickelt wurden.

Die Basis des 208 HYbrid FE bildet das Seitenfahrwerk samt Karosserie. Die Außenbleche und das Bodenblech werden durch Bauteile aus Verbundwerkstoffen ersetzt, sodass das Karosseriegewicht von 295 auf 227 kg sinkt. Bei der einteiligen Karosserieaußenhaut mit nur 20 kg Gewicht, beim glatten Unterboden (8 kg), bei der Türaußenhaut (2 kg) und bei der Frontschürze kommen Karbonfasern zum Einsatz. Die Haube (5 kg) und die Kotflügel (2x1 kg) sind aus Vinylesterharz-Karbon, der bei vergleichbaren mechanischen Eigenschaften eine Gewichtshalbierung ermöglicht. Dieser Verbundstoff basiert auf einem neuen Typ Harz, der unbehandelt, aber auch lackiert oder eingefärbt verwendet werden kann.

Von den Türfenstern abgesehen ist die Verglasung in Polykarbonat ausgeführt, was 5 kg einspart. Auch damit erweist sich der 208 HYbrid FE übrigens als innovativ, denn dieser Werkstoff war bisher ausschließlich Scheinwerfergläsern vorbehalten. Verglichen mit herkömmlichem Glas beläuft sich die Gewichtseinsparung auf über 50 Prozent.

Ein neuartiges Fahrwerk

Beim 208 HYbrid FE kommt an Vorder- und Hinterachse eine innovative McPherson-Aufhängung mit quer verbautem Aufhängungsblatt aus Harz-Glasfaserverbund zum Einsatz. Dieses neue Aufhängungsblatt ersetzt gleich mehrere konventionelle Bauteile: die Fahrwerksfedern, die unteren Dreieckslenker und den Stabilisator. Das Aufhängungsblatt an der Vorderachse weist zudem eine über die Länge variable Elastizität auf. Die beiden von Hutchinson konzipierten und produzierten Aufhängungsblätter sparen 20 kg ein.

Durch ihre Dimensionen verringern die Reifen (145/65 R19) den Rollwiderstand um 20 Prozent. Zudem lassen sie sich leichter einlenken, sodass eine Servolenkung nicht mehr nötig ist, was mehr Platz im Motorraum, weniger Verbrauch und weniger Gewicht bedeutet. Die mit spezifischem Total-Fett geschmierten Radlager sind reibungsoptimiert.
Hinter den Felgen verbergen sich groß dimensionierte Bremsscheiben mit 380 Millimeter Durchmesser und 9,6 Millimeter Dicke. Sie sind mit Zweikolben-Bremssätteln mit 44,5 Millimetern vorn und 31,8 Millimetern hinten versehen.
Da die Pedalkraft beim Bremsen geringer ist und der Elektromotor unterstützend eingreift, konnte die Bremskraftunterstützung entfallen.

Fahrgastzelle für fünf Insassen

Der 208 HYbrid FE sollte das Innenraumangebot des Serienmodells behalten. Die Studie beweist nun: Auch ein äußerst sparsames Fahrzeug kann fünf Personen samt Gepäck komfortabel Platz bieten. Allein auf die Klimaanlage wurde mit Blick auf eine Verbrauchsoptimierung verzichtet.

Die Türaußenhaut aus Verbundstoff wurde von der Polymer-Abteilung von Total entwickelt und besteht aus naturfaserverstärktem Polypropylen. Neben seinen hervorragenden mechanischen Eigenschaften in puncto Steifigkeit und Energieaufnahme beim Aufprall, weist dieser Werkstoff ein um bis zu 15 Prozent reduziertes Gewicht und eine verbesserte CO2-Bilanz auf.
Bei der Mittelkonsole und den Zierelementen an den Luftausströmern kommt VE-Harz (CCP Composites) zum Einsatz, das für eine völlig neue Optik unbehandelt belassen wurde. So schimmern die Naturfasern durch das honigfarbene, leicht ins bernsteinfarbene gehende Harz hindurch.

Im Zuge der Gewichtsoptimierung wurden auch der Benzinmotor und das Getriebe überarbeitet.


Effiziente und leistungsstarke Antriebseinheit

Der 208 HYbrid FE wird von einem Benzin-Elektro-Hybridsystem angetrieben. Es umfasst einen weiterentwickelten Dreizylindermotor der neuesten Generation, die Batterie und den Elektromotor aus dem Langstrecken-Programm von PEUGEOT SPORT. Ein angepasstes Motormanagement und eine spezifische Überwachungseinheit steuern zusammen den gesamten Antriebsstrang.
Auf diese Weise wird eine mit insgesamt 10 Prozent bemerkenswerte Wirkungsgradverbesserung der Antriebseinheit erreicht.

 

„Die Herausforderung bestand bei diesem Projekt darin, Bauteiloptimierungen (Kurbeltrieb, Zylinderkopf, usw.) und die Optimierung der Energieströme zwischen Verbrennungsmotor und Elektromotor miteinander zu verknüpfen. Alle eingesetzten Lösungen haben das Potenzial für einen Serieneinsatz.“
Julien Lidsky, Verantwortlicher Antriebseinheit 208 HYbrid FE, PEUGEOT SPORT 


1,2-Liter-VTi-FE-Benzinmotor mit hohem Wirkungsgrad

Der Dreizylindermotor wurde in mehrfacher Hinsicht weiterentwickelt: Optimierung des Motorlaufs, Verringerung der Reibungsverluste, Thermomanagement, usw. Alle diese Verbesserungen führen zu einem um zehn Prozent reduzierten Verbrauch bei einer unveränderten Leistung von 50 kW (68 PS).

Eine Optimierung des Ventiltriebs und eine Erhöhung des Verdichtungsverhältnisses von 11:1 auf 16:1 bewirken eine Verbesserung des thermodynamischen Wirkungsgrades. Es besteht jedoch zugleich die Gefahr der Selbstzündung des Gemischs (Klopfen) mit eventuell motorschädigender Wirkung. Um dies zu verhindern, wurden verschiedene Maßnahmen ergriffen.
So wird der Anteil unverbrannter Kraftstoffpartikel im Brennraum durch Ventile mit vergrößertem Durchmesser, neu konzipierte Abgasrohre, einen überarbeiteten Krümmer und eine angepasste Ventilhubkennlinie verringert. Des Weiteren wurde der Wärmeaustausch im Zylindergehäuse durch Wasserkanäle zwischen den Zylindern optimiert. Der Zylinderkopf wird auf der gesamten Länge vom Kühlwasser durchströmt, das damit die Wärme direkt an den heißen Stellen aufnimmt: an den Brennräumen, zwischen den Einspritzventilen und Zündkerzen.
Es kommt außerdem eine Direkteinspritzung zum Einsatz, die durch eine äußerst präzise Abstimmung mit dem Schließrhythmus des Zylinders jeden Tropfen Kraftstoff optimal nutzt. Durch die variable Einlass- und Auslassnockenwellenverstellung wird der Bereich des optimalen Wirkungsgrades sowohl bei Voll- als auch bei Teillast auf das gesamte Drehzahlband ausgedehnt.
Diese Weiterentwicklungen wirken sich jedoch nicht alle positiv auf die Leistung im hohen Drehzahlbereich aus. Mit Blick auf die Erhaltung der ursprünglichen Leistung von 50 kW (68 PS) wurde deshalb der Hubraum über eine Erhöhung von Bohrung und Hub (75 Millimeter x 93 Millimeter) auf 1.233 cm3 vergrößert. Dieser Zuwachs wirkt sich zudem positiv auf das maximale Drehmoment aus (+ 25 Prozent).

Der gesamte Kurbeltrieb des 208 HYbrid FE ist angepasst. Die Kurbelwelle ist aus nitriertem Stahl, die Pleuel aus Titan und die Aluminium-Kupfer-Kolben sind aus dem Vollen gearbeitet. Auf diese Weise konnte ihr Gewicht trotz Hubraumerhöhung verringert werden; bei den Pleueln und den Kolbenbolzen wurde es sogar halbiert.
Die Reibungsverluste sind ein weiterer wichtiger Punkt, da sie etwa 20 Prozent der Energieaufnahme eines Motors ausmachen. Beim 208 HYbrid FE konnten sie um ungefähr 40 Prozent verringert werden. Hierzu erhielten die Kurbelwelle, die Kolben und Kolbenbolzen, die Kolbenringe und die Schlepphebel eine DLC-Beschichtung (Diamond Like Carbon) und wurden in ihrer Geometrie optimiert.

Das Gewicht des aus dem Vollen gearbeiteten Zylinderkopfs konnte um 50 Prozent verringert werden. Der Grund hierfür sind die niedrigen Wandstärken, die durch das Design des Zylinderkopfs und die Eigenschaften des verwendeten Aluminiums möglich wurden. Der Wasserkreislauf und der Einlasstrakt werden per Rapid Prototyping aus glas- oder karbonfaserverstärktem Material mit Hilfe eines 3D-Druckers hergestellt. Auf diese Weise erhält man schnell ein funktionales Bauteil zu einem für eine Einzelteilfertigung niedrigen Preis.
Die mit demselben Verfahren gefertigten Kolbenspritzdüsen dienen sowohl der Kolbenkühlung bei hohen Belastungen als auch der schnellstmöglichen Erwärmung des Öls beim Motorstart.

In allen Bereichen, in denen diese Technikstudie mit Lösungen aufwartet, macht sich eine sich selbst verstärkende Dynamik bemerkbar. So führt die Verkleinerung des Kühlers zum Beispiel zu einer verbesserten Aerodynamik. Und die Lichtmaschine, der Anlasser und das Ritzel für den Rückwärtsgang wurden weggelassen, was sich vorteilhaft auf Masse, mechanische Verluste und Platzbedarf auswirkt. Diese Aufgaben übernimmt der Elektromotor der Hybrid-Einheit.

Automatisiertes Getriebe

Die Basis des serienmäßigen automatisierten Schaltgetriebes wurde wegen seines hohen Wirkungsgrades und der integrierten Aktoren beibehalten. Die aus dem Vollen gearbeiteten Getriebegehäusehälften beinhalten einen Rädersatz zur Anbindung des Elektromotors an das Tellerrad des Differenzials. Zur Verringerung der Reibungsverluste erhalten die Zähne eine Chrom-Wolframkarbid-Beschichtung.

Das Schmiersystem wurde mit Blick auf die Reduzierung der Schmiermenge und die Vermeidung des ineffizienten Laufens der Zahnräder im Öl hin überarbeitet. Das Schmiermittel wird nun vom Tellerrad des Achsantriebs nach oben gefördert und gelangt dann per Schwerkraft zu den restlichen Bauteilen. Das von der Schmierstoffsparte von Total entwickelte Prototypen-Getriebeöl besteht aus Ölen auf pflanzlicher Basis und weist einen Kennwert von 75W mit sehr hohem Viskositätsindex auf (> 250). Mit einer Verbrauchseinsparung von drei Prozent greift dieses Öl den Schmierstoffen der Zukunft vor.

Das direkt aus dem Rennsport stammende, flüssige Öl mit niedriger Dichte kann sparsamer verwendet werden. Seine Lebensdauer ist höher, weil das Getriebe aufgrund geringerer Reibung bei niedrigeren Temperaturen arbeitet. Bei den Radnaben schließlich kommt ein flüssiges Spezialfett zum Einsatz, welches gut haftet, Reibungsverluste jedoch vermindert.

Kraft- und Schmierstoff

Der 208 HYbrid FE fährt beim CO2-Emissionstest mit einem standardmäßigen Superkraftstoff mit 95 Oktan. Allein die von der Total-Sparte Additive und Spezialkraftstoffe entwickelten Hochleistungsadditive vom Typ Excellium würden eine Verringerung der CO2-Emissionen dieses Motors von über einem Gramm pro Kilometer ermöglichen.

 

„Der 208 HYbrid FE steckt voller Innovationen aus den Laboren von Total. Die Forscher des Konzerns entwickeln heute Biokraftstoffe, Energie einsparende Schmierstoffe (Fuel-Eco-Schmierstoffe) sowie spezifische Additive zur Verbrauchsverringerung. Knapp 250 Forscher arbeiten in Frankreich an den Produkten der Zukunft.“
Philippe Montantême, Direktor Strategie, Marketing und Forschung der Branche Total Marketing & Services 


Die Schmierstoff-Sparte von Total hat ein spezifisches Motoröl mit äußerst niedriger Viskosität entwickelt. Es basiert auf extrem fließfähigen Ölen und beinhaltet Molybdän-Reibungsminderer. Das Öl mit dem Kennwert 0W12 ist schnell auf Betriebstemperatur und entwickelt rasch seine Schmiereigenschaft. Aufgrund seiner Reibungsoptimierung ist es sowohl im kalten als auch im warmen Zustand den besten Produkten auf dem Markt überlegen. Über die so ermöglichte Verbrauchseinsparung wird der CO2-Ausstoß um einige zusätzliche Gramm gedrückt.


Hybridantrieb aus dem Langstreckensport

PEUGEOT SPORT hat seine Langstreckenerfahrung ins Projekt eingebracht. So wurden der Elektromotor und die Batterie ursprünglich für den 908 HYbrid4 entwickelt.

 

„Das für den 908 HYbrid4 entwickelte Hybridsystem ist State of the Art. Die eigentliche Aufgabe bestand darin, es in den Antriebsstrang des 208 zu integrieren, um beim Bremsen maximal Energie zurückzugewinnen und das ganze Potenzial des Wagens beim Beschleunigen zu nutzen.“
Pierre Lebrene, Verantwortlicher Hybridisierung 208 HYbrid FE, PEUGEOT SPORT 


Spezifische Architektur

Der Elektromotor bietet ausreichend Leistung bei niedrigem Gewicht, denn bei nur 7 kg liefert er 30 kW im Antriebsmodus und 100 kW beim Bremsen. Das maximale Drehmoment beträgt in beiden Modi 30 Nm. Die sich proportional zur Fahrzeuggeschwindigkeit verhaltende Drehzahl kulminiert bei 40.000/min.
Der Rückwärtsgang wird durch Umkehrung der Drehrichtung ebenfalls über die E-Maschine dargestellt. Außerdem übernimmt sie die Anlasserfunktion und ermöglicht das Fahren im reinen Elektromodus (ZEV).

Die Lithium-Ionen-Batterie mit einer nutzbaren Kapazität von 0,56  kWh besteht aus 90 Zellen mit jeweils 3,5 V. Diese sind in Modulen angeordnet, sodass im Falle eines Problems die defekten Zellen zur Sicherstellung der Mobilität des Fahrzeugs umgangen werden können. Zur optimalen Kühlung dieser wichtigen Einheit hat Total ein spezifisches Öl entwickelt, das den dazugehörigen Kühler durchströmt.

Die Batterie wiegt 25 kg und ist zusammen mit dem 20-Liter-Benzintank auf einem Träger angebracht, der unter dem Fahrzeug unterhalb der Rücksitzbank festgeschraubt ist. Hier zeigt sich die Rennsporterfahrung, da diese Anordnung eine bessere Massenzentrierung ermöglicht.

Der Wechselrichter und das Steuergerät sind im durch den Entfall der Bremsunterstützung freigewordenen Raum unter der Motorhaube untergebracht. Die Hybridisierung des Antriebs hat somit keinerlei Auswirkung auf die Fahrgastzelle. Das Innenraumangebot bleibt erhalten.

Funktionsweise

Wenn der Fahrer vom Gas geht oder bremst, wird das Fahrzeug prioritär durch den Elektromotor verzögert. Der Hydraulikkreislauf wird am Ende des Bremsvorgangs kurz vor dem Stillstand aktiv.
Während der Schiebe- oder Bremsphase wandelt der Elektromotor die Bewegungsenergie des Fahrzeugs in Strom um, der in der Batterie gespeichert wird. Bei einem Typprüfungszyklus beläuft sich die Energierückgewinnung auf 25 Prozent.
Die so gewonnene Energie wird bei Beschleunigungsvorgängen zur Unterstützung des Verbrennungsmotors in Abhängigkeit von verschiedenen Parametern, wie zum Beispiel dem Gaspedalweg oder dem eingelegten Gang, wieder freigesetzt.


208 HYbrid FE, Fahrspaß und Effizienz

Die Teams von PEUGEOT und Total, die seit Monaten an der Umsetzung dieser Technikstudie arbeiten, haben allen Grund stolz zu sein.
Bisher gab es verbrauchsarme Fahrzeuge und Hochleistungsfahrzeuge. Nun sind diese beiden Eigenschaften erstmalig in einem Automobil vereint.

Die CO2-Emissionen liegen bei nur 49 Gramm pro Kilometer. Die Gesamteinsparung von 50 Gramm CO2 pro Kilometer setzt sich zusammen wie folgt:

  • Gewichtsreduzierung, Aerodynamik und Reifen: 40 Prozent / 20 Gramm,
  • Hybridisierung: 40 Prozent / 20 Gramm,
  • Motor und Getriebe: 20 Prozent / 10 Gramm.

Beim von 14 auf 8 Sekunden verbesserten Sprint von null auf 100 km/h ist die Aufteilung wie folgt:

  • Gewichtsreduzierung, Aerodynamik und Reifen: 4 Sekunden,
  • Hybridisierung: 2 Sekunden.

Der 208 HYbrid FE bietet aber mehr als nur diese Zahlen. Dank der sich aus der Gewichtsreduktion ergebenden positiven Dynamik kommt der Fahrer am Steuer dieser Technologiestudie in den Genuss eines völlig neuen Fahrerlebnisses: Sie bietet ihm ein Beschleunigungsverhalten im Stile eines GTi bei einem Verbrauch im gemischten Zyklus von nur 2,1 Litern pro 100 Kilometer.
Durch den Wegfall der Assistenzsysteme steht der Fahrer wieder in direktem Kontakt mit der Straße, jedoch ohne Einbußen bei Komfort oder Bedienfreundlichkeit.

 

„Zu Beginn schien das Projektziel äußerst anspruchsvoll zu sein. Das war es auch! Erreicht haben es die beiden Partner Total und PEUGEOT durch die Bündelung ihrer technologischen Kompetenzen. PEUGEOT SPORT brachte sein Know-how ins Projekt ein und hat neue Entwicklungsschwerpunkte definiert. Serie und Rennsport entwickeln sich Hand in Hand.“
Christophe Mary, Technischer Verantwortlicher des Projekts 208 HYbrid FE, PEUGEOT SPORT 

Der 208 HYbrid FE beweist eindrucksvoll, dass ein Automobil der Marke PEUGEOT trotz immer stärker werdender energetischer und ökologischer Zwänge stets über eine ausgeprägte emotionale Komponente verfügen wird.
Bei der Konzeption zeitgemäßer Automobile gehören PEUGEOT und Total zu den Hauptakteuren.

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